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KI does not matter! Warum KI nicht die Welt verändert – außer man weiß, was man tut.

In diesem Schuljahr durften unsere dritten und vierten Klassen das MCI Innsbruck besuchen und an einem spannenden Workshop zum Thema Künstliche Intelligenz teilnehmen.

Bereits im Herbst waren unsere dritten Klassen zu Gast gewesen – damals allerdings aufgrund eines Missverständnisses beim Vortragstitel. Anstelle des angekündigten KI-Workshops erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das Thema „Von Daten zu Stories“. Nach kurzer Verwirrung stellte sich dieser Vortrag aber auch als sehr interessant und lehrreich heraus.

Dennoch lud uns das MCI ein zweites Mal ein, um diesmal tatsächlich tiefer in die Welt der Künstlichen Intelligenz einzutauchen.

Der nunmehr richtige Workshop stand unter dem Titel „KI does not matter! Warum KI nicht die Welt verändert – außer man weiß, was man tut.“ Zwei Professoren des MCI führten uns in die Funktionsweise moderner KI ein. Es wurde erklärt, wie große Sprachmodelle (LLMs) trainiert werden und warum KI grundsätzlich kein echtes Wissen besitzt – sondern lediglich Berechnungen darüber anstellt, wie wahrscheinlich Wörter in einem Kontext aufeinander folgen. Entscheidend bleibt daher, dass der Mensch Ergebnisse prüfen, verstehen und kritisch interpretieren kann.

Ein spannender Teil des Workshops widmete sich dem Prompting: Die Vortragenden betonten, wie sehr Rolle, Kontext, ein klares Ziel und das gewünschte Format die Qualität der KI-Antwort beeinflussen. Indem man der KI klare Rollen zuweist, kann man sich gewissermaßen ein ganzes Expertenteam zusammenstellen und sich verschiedene Sichtweisen strukturiert vortragen lassen.

Inhaltlich bot der Workshop sowohl eine Sicht aus der unternehmerischen Welt als auch aus privater Perspektive. Die Jugendlichen diskutierten, ob KI in Versicherungsunternehmen, in juristischen Tätigkeiten oder im Krankenhaus eingesetzt werden sollte. Dabei ging es um Fragen wie: Wer trägt die Verantwortung, wenn KI eine falsche Empfehlung abgibt? Wie fair sind Entscheidungen, die auf Daten basieren? Und wo sind moralische Grenzen erreicht?

In diesem Zusammenhang stellten die Professoren auch einen wichtigen Bezug zur aktuellen Gesetzeslage her. Der EU AI Act, das erste große europäische KI-Gesetz, teilt KI-Anwendungen in verschiedene Risikokategorien ein – von minimal über high risk, bis hin zu unacceptable risk, das vollständig verboten ist.

Diese Einteilung soll sicherstellen, dass zum Beispiel Social Scoring oder biometrische Massenüberwachung nicht möglich werden.

Der Workshop machte deutlich: KI ist eine wertvolle Hilfe — aber nur, wenn man versteht, wie sie funktioniert und wie man ihre Ergebnisse richtig einordnet. Dank der Einblicke in Technik, Ethik, Gesetzgebung und praktische Anwendung haben die Jugendlichen nicht nur Hochschulluft geschnuppert, sondern auch gelernt, KI kritisch, bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen.

Anna Saxer